Newgrange - Steineres Zeugnis der GeschichteDas Areal um Newgrange, Dowth und Knowth gehört zum Weltkulturerbe
Die Steinbauten von Newgrange gelten als die besten Beispiele für Ganggräber in Europa. Sie sind 1.000 Jahre älter als Stonehenge und Teil des Weltkulturerbes der Unesco.
Das englische Stonehenge ist das wohl bekannteste Beispiel einer Anlage aus der Zeit der so genannten Megalithiker, die vor 4.000 bis 5.000 Jahren weltweit riesige, bislang nicht vollkommen verstandene, Anlagen aus Stein bauten. Das irische Pedant dazu ist mit dem Areal um Newgrange im County Meath, nicht weit von Dublin, beheimatet. Die Anlage besteht aus den drei Teilen Newgrange, Knowth und Dowth. Sie muss sich hinter Stonehenge durchaus nicht verstecken. Newgrange gilt als bestes Beispiel eines Ganggrabes in EuropaDie Anlage ist nach Meinung von Archäologen 1.000 Jahre älter als der legendäre Steinkreis. Im Gegensatz zu diesem sind in dem auf drei Anhöhen am Fluss Boyne liegenden Areal sehr gut erhaltene Ganggräber zu finden. Allerdings ist noch unklar, ob die Steinbauten wirklich immer nur auf diese Weise genutzt wurden. Dennoch gilt vor allem Newgrange als bestes Beispiel eines Ganggrabes in Europa. Die Reise nach Newgrange beginnt am BesucherzentrumTouristen können das Gebiet von Knowth und Newgrange nicht auf eigene Faust besichtigen. Lediglich der kleinere Teil in Dowth ist frei erreichbar. Die anderen Bereiche sind für die Außenwelt nur über ein am Eingang befindliches Besucherzentrum zugänglich. Dort können Touren nach einem oder beiden Orten gebucht werden. Darin inbegriffen sind der Bus-Transport zu den Sehenswürdigkeiten sowie eine Führung vor Ort. Die kleine Bus-Haltestelle ist dabei von Besucherzentrum aus über einen 300 m langen Fußweg zu erreichen. Besucherzentrum zeigt Newgrange in kleinAn den meisten Tagen müssen Gäste mit längeren Wartezeiten rechnen, da das Gebiet als Teil des Weltkulturerbes der Unesco zu den meist besuchten Stätten der Grünen Insel gehört. Doch das von dem staatlichen Office of Public Works (OPW) getragene Besucherzentrum bietet einige Möglichkeiten sich die Wartezeit zu vertreiben. Ein besonderer Clou ist der originalgetreue Nachbau der zentralen Kammer von Newgrange. Daneben werden einerseits in verschiedenen Sprachen audio-visuelle Präsentationen über die mögliche Entstehung der Bauten gezeigt. Andererseits bietet eine umfangreiche Ausstellung einen guten Einblick in das Leben der Menschen der Steinzeit und die geologischen Bedingungen dieser Epoche. 5.000 Jahre Geschichte werden in Newgrange lebendigNoch eindrucksvoller ist der Besuch der Sehenswürdigkeiten vor Ort. Das runde Areal von Newgrange thront majestätisch auf einem Hügel und hat direkte Sicht-Verbindung mit den Bauten von Knowth. Der gesamte Bau ist von mächtigen Steinen umkleidet. Das heutige Aussehen verdankt der Bau einer 1975 abgeschlossenen Rekonstruktion. Dabei sollte das über die Jahrhunderte verloren gegangene ursprüngliche Gesicht der Anlage vor rund 5.000 Jahren mit deren Originalsteinen wieder hergestellt werden. Hinzu kam ein neuer Eingangsbereich, der mit einer Treppe als Zugang ausgestattet wurde. Die Lichterkammer ist das zentrale Element von NewgrangeÜber diesen Eingang ist auch der zentrale Bereich des Steinbaus erreichbar, die Lichterkammer. In dieser ist alljährlich zur Wintersonnenwende das Phänomen zu beobachten, dass über einen speziell konstruierten engen Schlitz über dem Eingangsdach des Ganges zur Kammer, Sonnenlicht in die Kammer eindringt und diese für genau 17 Minuten ausleuchtet. Dieses "Strahlenwunder" ist ein wichtiges Argument von Skeptikern wie zum Beispiel Erich von Däniken, die der Anlage noch andere Funktionen als die eines Ganggrabes zugestehen. Diese Frage bleibt umstritten. Auf jeden Fall findet im Besucherzentrum jährlich eine Verlosung statt, deren 20 Gewinner das Schauspiel live vor Ort erleben können. Eine weitere Besonderheit des Ortes sind ungewöhnliche Symbole auf den Steinen. So sind auf vielen Steinen der Kammer eingeritzte dreikreisige Spiralen deutlich zu erkennen. Diese Symbole wurden bislang den Angaben nach an keinem anderen Ort gefunden. Knowth ist die kleine Schwester von NewgrangeEtwas kleiner ist das Areal des nahe gelegenen Knowth. Die Anlage besitzt einen zentralen Steinbau, der von einer größeren Anzahl an kleineren Hügelgräbern umgeben ist, die ebenfalls rundum mit Steinen ausgekleidet sind. Im Hauptbau ist eine kleine Kammer enthalten, die während der Führung besichtigt wird und einen Überblick über einen Großteil der nicht für Besucher freigegebenen Bereiche ermöglicht. Eine ähnliche Lichterkammer wie im benachbarten Newgrange ist nicht vorhanden. Beide Bauten können an der Außenseite rundum besichtigt werden und bieten einen guten Ausblick über die nähere Umgebung. Newgrange kann das ganze Jahr besichtigt werden. Eine Ausnahme bildet lediglich die Zeit vom 24. bis 27. Dezember. Knowth ist dagegen nur von Ostern bis zum 31. Oktober geöffnet. Einzelheiten zu Eintrittspreisen und Anfahrtsmöglichkeiten sind auf der Webseite des OPW erhältlich.
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