Kylemore Abbey – Märchenschloss in Connemara

Ein Wahrzeichen Irlands in romantischer Atmosphäre

24.09.2009 Anna Schierwater

Irland Sightseeing an der Westküste, dazu gehört ein Besuch der Kylemore Abbey. Heute Kloster und renommiertes Internat, blickt das Schloss auf eine bewegte Geschichte.

Mitten im rauen Connemara, einem wildromantischen Landstrich der Grafschaft Galway, thront die malerische Kylemore Abbey. Wie ein Märchenschloss aus dem Bilderbuch liegt das Anwesen eingebettet zwischen zerklüfteten Felsen an einem kleinen See. Zum Schloss gehören eine Farm, ein historischer Garten sowie eine neogotische Kapelle.

Die nächstgelegenen Dörfer Letterfrack , Renvyle und Recess sowie die Küste mit ihren Stränden sind einige Meilen entfernt. Bis auf wenige einzelne Häuschen in der Umgebung umgibt Kylemore Abbey die Einsamkeit der weiten Landschaft.

Dramatische Geschichte von Kylemore Abbey

Erbaut wurde sie von Mitchell Henry, einem reichen Geschäftsmann aus Manchester, als Traumhaus für seine junge Frau. Wenige Jahre zuvor hatte sie sich während der Flitterwochen in diesen Ort verliebt, und Henry kaufte das Land, sobald er zu Geld gekommen war.

Dramatische Umstände verhinderten jedoch, dass die junge Familie lange etwas von ihrem Glück hatte: Mitchell Henrys Frau starb 1875 auf einer Ägyptenreise. Weitere familiäre Schicksalsschläge und finanzielle Schwierigkeiten zwangen Henry schließlich, seinen Besitz zu verkaufen.

Abbey, Gothic Church und Walled Garden

Das Haupthaus ist ein zwischen 1863 und 1868 im Stil der Neogotik errichtetes Anwesen. Die altertümlichen Stilelemente prägen den märchenhaften Charakter und lassen das Schloss wesentlich älter erscheinen als es ist.

Versteckt im Wald und erreichbar über einen schönen Pfad liegt die Kapelle, die Mitchell Henry zwischen 1877 und 1881 als Denkmal für seine verstorbene Frau errichten ließ. Diese kleine Kirche ist die Miniatur einer gotische Kathedrale mit den typischen baulichen Stilelementen. Ihre einzigartige Atmosphäre ist den kleinen Abstecher ganz sicher wert.

Im eindrucksvollen viktorianischen Garten, der von hohen Mauern umgeben auf den Ländereien nahe Kylemore Abbey liegt, zeigt sich dem Besucher die Gartenkunst vergangener Zeiten. Ursprünglich zur Versorgung und Freude der Familie des Erbauers angelegt und gut gepflegt, wurde der Garten lange Zeit dem Verfall preisgegeben. Im Jahr 2000 wurde er nach liebevoller Restaurierung wiedereröffnet und kann seitdem besichtigt werden.

Der über 3 Hektar große Walled Garden ist in zwei Hauptabschnitte unterteilt, den Küchengarten und den Blumengarten. In beiden spiegelt sich die kunstvolle Gartenbauweise der spätviktorianischen Ära Ende des 19. Jahrhunderts wider.

Vom Privathaus zum Internat

Nach einigen Besitzerwechseln erwarben 1920 die Nonnen des Ordens Irish Dames of Ypres den Besitz. 1665 in Ypres, Belgien gegründet, gehört dieser Orden zu den Benediktinerinnen. Diese bezogen das Schloss, machten es damit zum ältesten Kloster der Benediktinerinnen in Irland und gaben ihm seinen heutigen Namen. Sie gründeten das Mädcheninternat und bewirtschaften das Anwesen seither.

Als Schule genießt Kylemore Abbey international einen guten Ruf und gehört zu den exklusiven Internaten für Mädchen aus wohlhabenden Familien. Die Satzung ermöglicht es jedoch auch einigen der Mädchen aus den umliegenden Ortschaften, die Schule tagsüber kostenlos zu besuchen. Die Schülerinnen aus aller Herren Länder tragen Uniform und müssen sich an strenge Schulregeln halten. Das Kollegium besteht aus Nonnen und externen Lehrern.

Kylemore Abbey für Besucher

Um den Erhalt des Schlosses mit Park, Wald und Gärten zu sichern, bauten die Nonnen ihren Sitz touristisch aus. Es gibt gegen Eintrittsgeld Besichtigungsmöglichkeiten des Erdgeschosses mit herrschaftlichen Gemächern, der Gothic Church und des Walled Garden. Besucher können im Craft Shop regionales Kunsthandwerk und Souvenirs erwerben, Keramik aus der hauseigenen Töpferei und selbstgemachte Marmeladen. Ein Restaurant mit Café bietet leckere Gerichte und Kuchen.

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