Belfast, die Perle in Irlands Norden

Als Tourist nach Belfast - die besondere Städtereise

05.10.2009 Jürgen Kadel

Kaum eine andere Stadt Europas lag so tief im Dornröschenschlaf. Das Ende der Unruhen lässt die Metropole im Norden Irlands erwachen und verlockt zum Besuch.

Im 11. Jahrhundert gab es hier bereits eine normannische Burganlage, aber erst 1603 wurde die Stadt Belfast, auf irisch Béal Feirste gegründet. Richtig bekannt wurde die Stadt in Nordirland eher unrühmlich durch die Unruhen ab den 1970er Jahren. Daher hat sich früher auch kaum ein Tourist in die liebenswerte Stadt mit heute rund 280.000 Einwohnern verirrt. Nach dem Karfreitagsabkommen 1998 wurde der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten jedoch beigelegt.

Belfast heute

Eingebettet zwischen Küste und Bergen liegt sie da, die alte Stadt. Zu neuem Leben erwacht, wartet sie nur darauf, erkundet zu werden. Die vom viktorianischen Stil geprägte Altstadt ist voller Leben, der alte Hafen sorgte hier schon immer für Weltoffenheit, trotz der abgeschiedenen Lage im Schatten der grünen Insel. Immerhin ist sie nach Dublin die zweitgrößte Stadt in Irland. Aber Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich, also nicht zur Republik Irland. Nach dem Schengener Abkommen ist davon fast nichts mehr zu bemerken. Reichlich Hotels aller Klassen, viele Sehenswürdigkeiten und kulturelle Veranstaltungen laden zum Verweilen. Freunde der irischen Lebensart mit ihren unzähligen Pubs, dem typischen Bier und der charakteristischen Musik werden besonders die Abende lieben.

Kurztrip nach Belfast

Wie jede andere größere Stadt ist Belfast zu einem attraktiven Ziel eines Kurztrips geworden. Die Hotels und die Gastronomie sind noch erschwinglich, Sehenswürdigkeiten wohin man blickt und ein Nachtleben, das sich nicht verstecken muss. Die Stadt ist nicht zu weitläufig, so kann man in kurzer Zeit so vieles entdecken wie kaum irgendwo anders.

In der Innenstadt

Frisch angekommen, noch müde von der Reise, empfiehlt sich ein Bummel durch die City Belfasts. Die City Hall, das Rathaus, ist ein beeindruckendes etwa 100 m langes Gebäude im Stil des Neoklassizismus gebaut, eine beeindruckende Kuppel schmückt das Gebäude. Führungen in das Rathaus werden täglich angeboten. Nicht weit weg ist die Linenhall Library. Die Bibliothek aus dem Jahre 1788 verfügt über alles, was je in Nordirland erschienen ist. Speziell die umfangreiche Sammlung zu Literatur über den Nordirlandkonflikt.

Auch Belfast hat seinen schiefen Turm: Der Albert Memorial Clocktower von 1869 ist über die Jahre in eine gewaltige Schräglage geraten. Der weiche Untergrund ist die Ursache.

Zum Hafen

Ein Muss ist der Besuch des Hafenviertels, hier spürt man den Geruch der weiten Welt. Die damals größte Werft der Welt, Hartland and Wolff baute hier die Titanic. Im Mai 1911 lief sie hier vom Stapel. Heute ist von der Werft fast nichts mehr geblieben, nur mit dem Titanic Quarter will man an den Bau und die tragische Geschichte erinnern.

Einkaufen in der nordirischen Stadt

Vom ausgedehnten Forstside Shopping Center bis zum Pflichtbesuch auf dem Saint George's Market, ein historischer überdachter Markt, bietet Belfast reichlich Gelegenheit zum Einkaufen. Samstags gibt es dort besondere nordirische Spezialitäten beim City Food Market zu bestaunen und probieren. Natürlich auch zum kaufen.

Museen in Belfast

Auch für Museumsfreunde lohnt der Besuch Belfasts. Das Ulster Museum in der Stranville Road bietet Stoff für einen ganzen Tag. Vom Dinosaurierfund bis zu Picasso, das Spektrum ist enorm vielseitig. Etwas außerhalb der Stadt lockt das Freilichtmuseum. Für das Ulster Folks and Transport Museum wurde eine ganze Kleinstadt nachgebaut und lässt alte Handwerksberufe wieder erwachen.

Abendplanung und Fortbewegung

Den Abend beginnt man mit einem feinen Essen in einem der unzähligen Restaurants, damit hat man dann eine gute Grundlage, die Pubs zu erkunden. Nirgendwo kann man Land und Leute besser kennen lernen und den Geist Irlands verstehen. Eine Stadtbahn oder gar U-Bahn sucht man hier vergeblich, allerdings gibt es in Belfast ein gut ausgebautes Liniennetz mit Bussen, wer irgendwann in den vielen Gassen die Orientierung verliert, ist mit einem Taxi gut beraten.

Anreise und Information

Am Besten mit dem Flugzeug, Belfast hat gleich zwei internationale Flughäfen. Zur Zeit werden direkte Flüge allerdings nur ab Berlin angeboten.

Über Dublin kommt man mit der Bahn am günstigsten hierher, von Liverpool und Stanraer gibt es Fährverbindungen für die Anreise mit dem Pkw. Mit dem eigenen Auto nach Großbritannien

Belfast ist aufgewacht, eine moderne, lebendige Stadt erwartet den Besucher. es gibt keinen Grund mehr, nicht hierher zu kommen. Belohnt wird der Besucher mit Eindrücken aus einer bislang vergessenen Stadt, die schon lange wieder in die Normalität zurückgefunden hat. Es hat nur fast niemand bemerkt.

Belfast- Tourist information (engl.)

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City Hall, Belfast, Andreas Haupt City Hall, Belfast
   
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